Schreibend neue Wege gehen

photo by mrsdkrebs
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Das ist er also-mein erster Blogeintrag. Eine Einweihung sozusagen.

Daher möchte ich mich in diesem Artikel auch einer ganz besonderen Sache widmen, die  vielen auf den ersten Blick vielleicht banal erscheint  und doch eine so große Wirkung hat:

dem Schreiben.

 

Die Überschrift zu diesem Beitrag ist geklaut. Denn es ist der Titel meiner sechswöchigen Schreibwerkstatt, die heute zu Ende gegangen ist. Ich kann jedem empfehlen, mal so was zu machen. Denn in einer Gruppe Texte zu persönlichen Themen und Fragestellungen vorzulesen, vorgelesen zu bekommen und auf sich wirken zu lassen, ist eine außerordentliche Erfahrung.

Ich werde hier nun eine Schreibübung vorstellen, die so simpel ist, dass es eigentlich keine ist. Diese Übung begleitet mich nun seit sechs Wochen und hat sich zu einem festen Ritual in meinem Tagesablauf etabliert, und ich hoffe, ich bleibe am Ball.


Diese Übung lautet: Nimm dir jeden Tag ca. eine halbe Stunde Zeit und schreibe alles auf, was dir in den Sinn kommt.


Ohne weitere Vorgaben, was du schreiben sollst. Du brauchst dir auch kein Thema zu überlegen, über was du schreibst. Schreib einfach drauf los. Oft werden das so ca. 3 Din A 4 Seiten sein, die du in dieser Zeit füllst, aber das ist nur ein Richtwert. Mal mehr mal weniger. Viel mehr sollte es aber auch nicht sein. Es geht um Kontinuität, also so oft wie möglich, idealerweise täglich.


"Du liebe Güte!", denkst du jetzt vielleicht," jeden Tag drei Seiten, soviel habe ich niemals zu Papier zu bringen über einen längeren Zeitraum!"

Meine Erfahrung ist, dass gerade an Tagen, an denen vor dem Schreibritual der Gedanke kommt, "also heute weiß ich definitiv NICHT, über was ich schreiben soll!", die Inhalte, die dann plötzlich auf dem Papier erscheinen, oftmals eine ganz andere Qualität haben und voller tiefgreifender Erkenntnisse sein können.  Als wenn sich nun eine unbewußtere Ebene zeigen kann, weil du eben nicht den Kopf voller alltäglicher Gedanken über Ereignisse hast, über die du bewußt planst oder geplant hast zu schreiben.


Es macht Sinn, sich eine bestimmte Tageszeit zu überlegen,um dann bei dieser Zeit zu bleiben. Das kann nach dem Aufstehen sein oder am Abend. Überleg dir, zu welcher Zeit du dich gut konzentrieren kannst. Der Ort sollte so gewählt sein, dass du ungestört bist und dich wohl fühlst. Zu Hause, im Café, draussen im Park auf einer Bank...Das Medium, was du wählst soll dir Spass machen. Du kannst dir eine schöne Kladde kaufen und einen Stift, der sich angenehm anfasst und der flüssig schreibt. Viele genießen es, dieses haptische Gefühl, nach langer Zeit mal wieder mit Papier und Tinte umzugehen. Oder du bevorzugst das Laptop. Es gibt ausgeklügelte Apps zu diesem Thema. Aber manchmal sind solche Überlegungen nur hinderlich und du nimmst einfach einen Zettel und fängst an. Hauptsache, du schreibst.

Nenne es dein Tagebuch, Diary, Journal oder Loseblattsammlung. Ganz egal.

Na , wie wärs?  Die meisten Menschen hatten Phasen im Leben, wo sie geschrieben haben. Und viele sagen, dass hat ihnen sehr gut getan. Zumeist gab es dafür ganz konkrete Anlässe.

 

Zu schreiben, wenn du denkst, du hast eigentlich nichts zu schreiben - nichts Geplantes im Kopf, was du jetzt aufschreiben willst - dass sind manchmal die ganz besonderen Momente!

Wenn du magst, probiers aus.

Oder hat jemand Erfahrungen gesammelt damit? Das würde mich sehr interessieren.

 

Greetz

Kerstin


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Kommentare: 2
  • #1

    Annette (Freitag, 21 August 2015 08:05)

    Miezie schreibt morgens seine "Morgenseiten". Genau nach dem Prinzip wie du beschrieben! Er sagt, da kommt alles aufs Papier, er ist oft selbst ganz verblüfft über den Inhalt. Ich hab es leider noch nicht ausprobiert... Aber sollte ich vielleicht mal. Schöner Input! Danke!

  • #2

    Kerstin (Freitag, 21 August 2015 14:36)

    Das, was Miezie beschreibt, ist auch meine Erfahrung. Probiers aus, Annette! Gerade wenn du im Alltag viel um die Ohren hast, ist das eine so effektive Methode, um, ja was eigentlich..., runter zu kommen, Dinge zu reflektieren, Entscheidungen zu treffen, zu überprüfen, was sich für dich stimmig anfühlt. Und es ist flexibel, denn den Zeitpunkt bestimmst du - und ne halbe Stunde sollte jeder Mensch täglich für sich übrig haben.