Ich will mein Leben leben! (-und was mich daran hindert)

Was sind deine Sehnsüchte, Wünsche und Vorstellungen vom Leben? Kann es sein, dass du deine Impulse immer mehr unterdrückst, je älter du wirst? Und wenn ja, warum?

Wie kannst du mit diesen Schranken im Kopf umgehen? Wie kann es trotzdem gehen, Überzeugungen zu leben und Herzenswünsche real werden zu lassen? Worin liegt der Sinn, es nicht zu tun? Um all das soll es in diesem Blog-Artikel gehen.

Was sind überhaupt deine Vorstellungen,  wie du dein Leben leben willst? Auf welchen Werten gründen diese Ideen? Was bedeutet für dich Glück und Zufriedenheit?  Sind das deine eigenen Definitionen oder hast du sie von anderen übernommen? Was würdest du mit deinem Leben anfangen, wenn du nicht mehr danach gehst,  was andere von dir erwarten oder fordern?

All das sind Fragen, die du vermutlich nicht so leicht beantworten kannst - oder dir sogar eher Unbehagen bereiten?

Doch selbst wenn du herausgefunden hast,  was du dir wirklich aus tiefstem Herzen wünschst, kann es sein, dass du dann auf  innere Widersacher und Blockaden stößt, die dich daran hindern, zu beginnen, die Dinge wirklich umzusetzen und zu leben. Zumeist gefolgt von Gedanken wie, "Das schaffe ich sowieso nicht", "Das darf nicht sein", "Ich bin nicht gut genug", "Dafür bin ich jetzt zu alt", "Es ist zu schwierig das zu verändern", "Niemand mag mich, wie ich bin" oder auch "Das habe ich nicht verdient, das zu erreichen",  "Es  ist zu egoistisch, so zu leben"... Auch Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Schuldgefühle und Ängste können Hinweise auf  innere Blockaden sein, die dich daran  hindern, dein Leben so zu leben, wie du es willst.

Vielleicht hast du auch schon versucht, dich zu motivieren und dich in einen positiveren Zustand zu versetzen: Mit positivem Denken,  Affirmationssätzen und viel Selbst-kontrolle sollten innere Zweifel und Unzulänglichkeitsgefühle abgeschwächt oder gar ausgelöscht werden?

Gehörst du auch schon zu den "Selbstoptimierern"? Optimieren für was und für wen überhaupt?

Vielleicht hast du bei der einen oder anderen Angelegenheit auch zu disziplinarischen Maßnahmen gegriffen, etwa mit Gedanken wie: "Reiss dich zusammen!", "Stell dich nicht so an!", "Es ist doch nicht so schlimm!", "Du musst das jetzt schaffen!", "Lass los!"

Aber wo ist das postive Gefühl geblieben, was dein Wunsch ursprünglich mal bei der Vorstellung seiner Erfüllung in dir ausgelöst hat?

So bleibt dann oft nur die Wahl zwischen durchhalten oder aushalten- durchhalten, um die notwendigen Veränderungen durchzuziehen oder aushalten, dass alles so bleibt wie es ist...Von Spass , Wunscherfüllung und Zufriedenheit kann dann keine Rede mehr sein!

Doch wie kannst du mit solchen inneren Konflikten umgehen?

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass jeder innere Widerstand eigentlich etwas Gutes für dich will (oder mal wollte, jedoch in deiner heutigen Lebenssituation keinen Sinn mehr macht). Deine inneren Blockaden machen in irgendeiner Weise Sinn- und diesen gilt es zu entschlüsseln.

Das bedeutet,  es ist wichtig, dass du jeden Gedanken zu deinem Wunsch erstmal  wahrnimmst und zu Wort kommen lässt, jeden Gedanken also einfach anhörst. Auch wenn diese Gedanken, man kann auch sagen, diese "inneren Stimmen", hinderlich und destruktiv erscheinen.

Denn je mehr du versuchst,  etwas in dir zu bekämpfen,  desto lauter,  intensiver und manchmal auch destruktiver werden diese inneren Anteile versuchen, sich  Gehör zu verschaffen. Alle wollen gesehen werden. So ist z.B. zu erklären, warum Menschen rückfällig werden: nach der strengen Diät folgt die Fressattacke,  nach dem strikten Sportprogramm die Lethargie... Oder was immer dir dazu einfällt. Je mehr dich diese inneren Konflikte in deinem Alltag einschränken, desto massiver sind die inneren Blockaden, so dass du dich innerlich unfrei und befangen fühlst, vielleicht sogar Schwierigkeiten hast, dich überhaupt noch zu spüren. Hier kann es sinnvoll und notwendig sein, sich professionelle Hilfe an die Seite zu holen. - Bis zu einem gewissen Grad kennt diese Ambivalenzen jedoch jeder von uns.

 

Der erste Schritt, diesen Ambivalenzen zu begegnen, ist, diese inneren und oft widersprüchlichen Anteile zu erforschen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Denn da gibt es viel Wahres zu entdecken!


Um sich dem anzunähern,  im folgenden eine sehr einfache Übung,  die du am besten schriftlich durchführst:

 

Übung: Wovon träumst du?

Nimm drei Din-A4 Blätter und einen Stift zur Hand.

1. Als erstes versetzt du dich in deinen inneren Träumer.

Das ist der Teil in dir, der nicht logisch denken muß, der kreativ und phantasievoll ist, der in Bildern denkt, kindlich, verspielt und sorglos ist, deine Ideen und innersten Wünsche vetritt. Dabei ist nichts zu abwegig, kein Ziel zu hoch gesteckt, alles ist möglich und alles darf sein, ohne Rücksicht auf andere.

Nimm jetzt das erste Blatt Papier zur Hand und frage deinen inneren Träumer, was er  sich wünscht. Nimm dir zehn Minuten Zeit und schreibe es auf.

 

2. Als nächstes versetze dich in die Position deines inneren Kritikers. Er ist der Gegenspieler zum inneren Träumer.  Dieser Teil in dir erkennt Schwachpunkte sofort, ist spöttisch aber auch sehr scharfsinnig, dabei aber auch konservativ. Was sagt dieser Teil in dir zu den Vorhaben und Wünschen? Was ist daran problematisch und warum wird es dir, aus seiner Sicht, nicht gelingen, es umzusetzen? Oder warum darf es nicht Realität werden, was du dir wünscht? Nimm wieder ein Blatt Papier und schreibe es auf. Du hast 10 Minuten Zeit.

 

3. Nun wirst du noch einen dritten Teil in dir befragen. Es ist der Teil in dir, den ich die "Innere Weisheit" nennen möche. Dieser Teil kennt alle Probleme und Hindernisse und weiss aber, wie es geht, deine Vorhaben und Wünsche real werden zu lassen. Befrage nun deine Innere Weisheit und schreibe auf, was sie dir zu sagen hat. Auch dafür nimm dir 10 Minuten Zeit.

 

Natürlich ist es nicht damit getan, eine kleine Übung zu machen, um diesen tiefgründigen und existenziellen Themen zu begegnen oder gar nachhaltig etwas zu verändern. Jeder Anteil in dir hat seine Geschichte, die oft bis in die frühe Kindheit zurückreicht.  Aber es kann sich lohnen, sich damit auseinanderzusetzen. Diese Übung sollte dir einen kleinen Einblick vermitteln, wie du dich diesen Dingen nähern kannst.

 

 

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