Umgang mit rückbezüglichen Gefühlen - Wege in die Lebendigkeit

 

Wenn Gefühle  sich sehr bedrohlich anfühlen, es in der Gegenwart jedoch keine ernsthafte Bedrohung gibt, handelt es sich oft um sog. "rückbezügliche Gefühle". Damit sind unverarbeitete Gefühlszustände aus der Vergangenheit gemeint, die in der jetzigen Situation durch sog. Trigger re-aktiviert werden. 

Dies passiert auch, wenn wir im Leben wieder ins Fühlen kommen, z.B. durch positive Situationen, die Gefühle von Freude und "gesehen werden" auslösen...diese können gleichzeitig dann die alten Emotionen aus der Vergangenheit re-aktivieren..wie Verlust, bzw. die Angst davor.  Dann kommt erstmal wieder das Schmerzhafte zum Vorschein...Man fühlt (sich) eben oder eben nicht (Depression/Erstarrung/Dissoziation).

 

 

Solltest du momentan in einem Gefühlszustand sein, von dem du dich völlig überflutet fühlst, kannst du folgendes ausprobieren:

 

Wenn Gefühle  sich sehr bedrohlich anfühlen, es in der Gegenwart jedoch keine ernsthafte Bedrohung gibt, handelt es sich oft um sog. "rückbezügliche Gefühle". Damit sind unverarbeitete Gefühlszustände aus der Vergangenheit gemeint, die in der jetzigen Situation durch sog. Trigger re-aktiviert werden. 

Dies passiert auch, wenn wir im Leben wieder ins Fühlen kommen, z.B. durch positive Situationen, die Gefühle von Freude und "gesehen werden" auslösen...diese können gleichzeitig dann die alten Emotionen aus der Vergangenheit re-aktivieren..wie Verlust, bzw. die Angst davor.  Dann kommt erstmal wieder das Schmerzhafte zum Vorschein...Man fühlt (sich) eben oder eben nicht (Depression/Erstarrung/Dissoziation).

 

Solltest du momentan in einem Gefühlszustand sein, von dem du dich völlig überflutet fühlst, kannst du folgendes ausprobieren:

 

Geh in ein achtsames Gewahrsein und versuche, den Gefühlszustand genau zu benennen. Um welches Gefühl handelt es sich? Ist es Angst, Panik, Wut, Hass, Verlassenheit, Scham, Selbstablehnung.....was auch immer...fühle das Gefühl aus einer beobachtenden wohlwollenden Aufmerksamkeit dir selbst gegenüber, ohne dich dafür zu verurteilen. Was du fühlst, hat seine Berechtigung, es gibt gute Gründe für das, was du gerade erlebst. Steh dir dabei bei. 

 

(Hierbei ist anzumerken, dass Menschen, die oft in ihrer Wut sind oder dies z.B.auch als junge Erwachsene oft waren, dazu neigen, unaushaltbaren Schmerz auf diese Weise zu überdecken. Angst und Panik hingegen können eher  Hinweise sein, dass Wut, Hass und Ärger nicht zugelassen werden, weil es zu riskant wäre...je mehr sich Emotionen lösen, desto eher werden diese Zusammenhänge klar werden.)

 

Überlege nun, aus welcher Zeit das momentane Gefühl stammen könnte? Welche Ereignisse und Erfahrungen, bzw. welche Lebensumstände könnten dazu beigetragen haben, dass dieser dramatische innere Zustand entstanden ist. Vielleicht bist du evtl. bestraft, bedroht oder abgewiesen worden? Hast Gewalt erfahren..oder du bist einfach ignoriert und übersehen worden, in dem, was notwendig gewesen wäre. Vielleicht ist aber auch immer  jemand ausgeflippt oder hat mit Beschämung reagiert, wenn du dich gezeigt hast, wie du bist und gesagt hast, was du denkst...

Solltest du keinen Zugang dazu finden, nimm einfach weiter das Gefühl wahr und realisiere diesen Zustand.

 

Stell dir innerlich vor, wie du dich nun schützend neben dich stellst, und zwar zu jener Zeit, als dieses Gefühl entstanden ist. Oft liegt dieser Ursprung in der frühen Kindheit.

 

Frage dich nun: 

 

Was hätte dieses kleine Kind damals gebraucht in dieser schmerzhaften oder übermächtigen Situation? ....

 

Dann stell dir vor, dass du als heutige erwachsene Person diesem Kind genau das gibst, was es damals gebraucht hätte....

 

Steh ihm bei, tröste es, halte es, sei einfach bei ihm mit deiner Aufmerksamkeit....

 

Frage es, wie es ihm geht, was es braucht, was es möchte..... Oder halte es einfach, bis es sich beruhigt hat....

 

Oft können die Emotionen nun fließen, ohne dass eine komplette Überflutung stattfindet. Das Gefühl kann sich lösen, durchlebt und bestenfalls losgelassen werden. Die Zusammenhänge können emotional realisiert werden. Es entsteht das Bewußtsein, dass die Situation heute vorbei ist. 

 

Heute bist du erwachsen und bist niemandem mehr hilflos ausgeliefert. Du kannst Situationen beeinflussen, kannst Entscheidungen treffen, die Verantwortung für dein Wohlergehen übernehmen, darfst Situationen verlassen, kannst dich zur Wehr setzen. Du darst sagen, was du willst und was nicht und darfst auch erwarten, dass andere das berücksichtigen. All das konntest du damals nicht, weil du damit die Bindung zu deiner Bezugsperson aufs Spiel gesetzt hättest, ....darum hast du dich vermutlich irgendwann nicht mehr gezeigt, sondern hast diese Gefühle verdrängt, dich selbst abgeschaltet....oder sie in anderen Situationen ausagiert (z.B. in Überlebensstrategien wie Sucht, Aggressivität, Workoholic...)

 

Heute kannst du dies jedoch wieder lernen, du kannst dir dabei beistehen und die Erfahrung machen, dass nichts (lebens-)bedrohliches passiert, wenn du (alte) Gefühle zulässt. Es ist die Grundvoraussetzung, anderen die Möglichkeit zu geben, dich sehen und wahrnehmen zu können, als der/ die du bist.  Es ermöglicht dir die Erfahrung zu machen, dich in deinem alltäglichen Leben "gesehen" zu fühlen.

 

Komme dann in das Jetzt  zurück. Realisiere, wer du heute als erwachsene Person bist. Was du geschafft hast, welche Dinge und Menschen in deinem Leben sind, die dir gut tun. Fühle dich selbst als erwachsene Person in der Gegenwart.